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Interview

Komplexe Projekte verändern die Personaldienstleistungen

Die Nachfrage nach IT-Dienstleistungen wächst beeindruckend. Gleichzeitig verändert sich aber auch die Arbeitsweise in den Unternehmen. Welche Auswirkungen hat das für die Vermittlung von IT-Fachkräften?

Carlos Frischmuth: Da der Markt für IT Dienstleistungen weiterhin sehr stark wächst, wir aber auch gleichzeitig eine Zunahme von Projektarbeit über die Abteilungsgrenzen hinaus in den Firmen bemerken, muss externe Kompetenz definitiv anders als bisher in die Unternehmen integriert werden.

Spezialisierte Personaldienstleister sind dabei in zweierlei Hinsicht gefragt: zum einen als Partner für klassischen IT-Dienstleistungen wie IT-Beratungen oder Systemhäuser, die ebenfalls einen hohen häufig sehr kurzfristigen Personalbedarf haben, zum anderen als integrierter Partner zur Ressourcensteuerung bei komplexen Projektstrukturen. Das heißt, externe Projektunterstützung ist kontinuierlich gefragt. Über externe Spezialisten können Personaldienstleister jederzeit neues Know-how in ein Projekt einbringen. Darüber hinaus können sie für Unternehmen die gesamte Organisation der Personalbedarfsplanung – von der Bedarfsanalyse über die Kandidatenauswahl bin zur Teamintegration – übernehmen. Sie werden so zu einem wichtigen Flexibilisierungsfaktor, da sie für die professionelle Steuerung der Projektkompetenz zuständig sind.

Welche Aufgaben können Sie konkret für Ihre Kunden im Recruiting übernehmen?

Carlos Frischmuth: Im Kern geht es darum, passende Mitarbeiter für die anstehenden Aufgaben zu finden und die richtige Fähigkeit zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben. Ob interne oder externe Besetzung ist dabei gar nicht so entscheidend. Was die Projektarbeit angeht, ist eine interne Besetzung aber oft schwierig. Man kann Mitarbeiter nach dem Ende eines Projekts nicht wieder so einfach in die Linie zurückschicken.

Weil sich der Markt immer schneller dreht und die Skills immer häufiger wechseln, wird in Zukunft eine Mischung aus interner und externer Kompetenz die beste Lösung sein. Dafür braucht der Personaldienstleister aber mehr Einblick und mehr Verantwortung für die internen Rekrutierungsprozesse. Nur so können wir kontinuierlich eine qualitativ hohe Personalbesetzung gewährleisten. Dabei ist kein Bedarf wie der andere. Ein Start-up Unternehmen, das noch keine eigene Personalabteilung hat, braucht andere Leistungen als ein etabliertes Unternehmen mit einem temporär großen Rekrutierungsvolumen.

Gibt es Vorbehalte von Unternehmen gegenüber einer spezialisierten Personaldienstleistung wie Ihrer?

Carlos Frischmuth: Ja, manche Unternehmen haben ein Problem damit, dem Outsourcing-Partner das komplette Management aller Bewerber zu übertragen. Viele möchten interne Bewerber bei sich behalten. Das ist verständlich, verursacht aber einen hohen Abstimmungsbedarf und damit Kosten. Besser wäre es, über eine entsprechende Vereinbarung die notwendige Transparenz genau abzustecken und so das Vertrauen in den Personaldienstleister zu stärken.

Ein weiterer häufiger Diskussionspunkt ist die Frage, ob und wie externe Fachkräfte mit internen Projektmitarbeitern zusammenarbeiten. Daher ist es in unseren Augen sehr wichtig, Externe zu finden, die vom Typ zur jeweiligen Unternehmenskultur passen. Diesen Aspekt nehmen wir in unseren Auswahlprozessen sehr ernst. Denn wenn beispielsweise Projekte scheitern, liegt das meist nicht an der mangelnden Fachkompetenz, sondern daran, dass die Menschen nicht zusammenpassen.

Apropos Fachkompetenz, wie können Sie eigentlich garantieren, dass Sie immer die richtigen Spezialisten an der Hand haben?

Carlos Frischmuth: Grundsätzlich begründet sich das allein schon mit unserer proaktiven Weise, wie wir den Bewerbermarkt bearbeiten. Monatlich gehen bei uns etwa 12.000 Bewerbungen ein und wir sprechen aktiv rund 5.000 neue Kandidaten an. Aber auch wir merken, dass sich das Geschäft und damit der Rekrutierungsprozess verändert. Konnten Unternehmen früher noch ihren Bedarf nach IT-Spezialisten durch eine einfache Ad-hoc Anfrage bei uns decken, gestaltet sich das Ganze heute vielschichtiger.

Um genau die richtigen Kandidaten zu finden, brauchen wir ein klares Verständnis der internen Personalplanungsprozesse unserer Kunden. Denn mittlerweile gibt es zu viele Variablen, die einen erfolgreichen Match beeinflussen könnten. Der Personaldienstleister muss sich deshalb künftig mehr und mehr in Richtung integrierter „Personal-Provider“ entwickeln, um Bedarf frühzeitig identifizieren zu können. Das ist ein viel strategischeres Miteinander als die reine Vermittlungstätigkeit.

Foto: PRIVAT

ZUR PERSON CARLOS FRISCHMUTH: „Hays begleitet mich seit 1999. Nach einigen Jahren in der deutschen Konzernzentrale in Mannheim eröffnete ich im Jahr 2005 das Berliner Büro. Seit 2010 bin ich deutschlandweit für das IT Contracting im öffentlichen Sektor verantwortlich. Seit November 2013 verantworte ich zusätzlich unsere Hauptstadtrepräsentanz und bin somit Kontaktperson zu Politik und Verbänden. Wenn Sie mit mir über Ihren Bedarf sprechen möchten, freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme."

Telefon: +49 30 847884 200
Mobil: +49 170 9133061
E-Mail: carlos.frischmuth@hays.de

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